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1900 - 1999

Im Mai 1906 verbreitete sich das Gerücht, das der Turm unserer St. Marien Kirche Feuer gefangen hatte.
Es dauerte nicht lange und die Feuerhörner ertönten in den Strassen. Im Sturmschritt stürzten die Wehrleute herbei,
Wasserwagen rasselten, jung und alt sammelten sich auf dem Kirchvorplatz ein und schauten voller Entsetzen nach oben,
wo eine bläuliche, dicke Rauchwolke empor stieg. Flammen waren aber nicht zu sehen. Somit wurde vermutet, dass sich
das Feuer noch nicht ausbreiten konnte und somit noch nicht alles verloren war.
Mehrere beherzte Männer stürmten todesmutig mit ein paar Eimern Wasser die Treppe hinauf, um zu ergründen, wieweit
sich das Feuer schon ausgebreitet hatte. Nach wenigen Minuten erschienen die Männer wieder und lachten ausgelassen.
Sie sagten, es gäbe keine Gefahr. Der bläuliche Rauch hatte sich als ein Mückenschwarm entpuppt.
Alle gingen erleichtert wieder nach Hause.

1910 wurde der Provinzialfeuerwehrtag in Segeberg durchgeführt.
Damals waren noch zwei Gründungsmitglieder dabei. Der Schlossermeister Loose und der Landmann Fr.Arp.

1911 wurde das neue Spritzenhaus gebaut und eine Unterstützungskasse für die Wehr eingerichtet.
1913 stellte die Segeberger Wehr mit Gustav Petersen den Kreisfeuerwehrhauptmann, was heute mit dem Kreiswehrführer
zu vergleichen ist. In den Kriegjahren sank durch die Einberufung zum Kriegsdienst die Zahl der aktiven Mitglieder rapide.
Ältere Kameraden stellten sich sofort wieder in den Dienst der Wehr und leiteten die Geschicke bis zum Kriegsende.
Im November 1916 ging das Seminar (Dahlmannschule) in Flammen auf.
Im Oktober 1919 trat das Kommando wieder zusammen und beschloss, den Dienst wieder aufzunehmen.
Als „Vereinslokal“ wurde die Harmonie (heute ist nur noch eine Bushaltestelle in der Hamburger Strasse danach benannt) bestimmt.

1922 erfolgte die Anschaffung der ersten Sirene auf dem Gebäude der Firma G.A. Blunck (heute Höhe der Kalkberg Passage).
Am 18.November 1923 wurde das 50 jährige Bestehen gefeiert. Ein Kommers, ein Brandmanöver und ein Ball wurde begangen
und eine Ehrentafel am Spritzenhaus eingeweiht. Diese hängt noch heute in unserer Eingangshalle.

1924 wurden 180 Meter Schlauch durch Gönner der Wehr beschafft. Ein Jahr später errichtete die Stadt einen neuen
Trocken- und Steigerturm am Spritzenhaus.

Im Jahre 1925 stand das Feuerwehrhaus auf dem Parkplatz vor der heutigen AOK im Seminarweg

 

Die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände der Wehr waren die mittels Handkurbeln ausfahrbare Leiter
und die von der Mannschaft gezogene handbetriebene Spritze.
In den helle Röcken erkennen wir den Vorstand der Wehr: v.l. Verleger Hermann Wäser,
den Gastwirt Gustav Petersen und den Gastwirt E.Studt.

1927 wurde die Spritze Nr.2, für die man keine Verwendung mehr hatte, an die Gemeinde Tönningstedt
für 300 RM verkauft. Das Geld wurde eingesetzt, um einen Angriffswagen zu kaufen.

1929 wurde die zweite Sirene beschafft, da sich die Alarmierung als nicht ausreichend herausstellte.
Sie wurde auf dem Amtsgericht installiert.

Einsatzübung der Spritzenmannschaft auf der Rennkoppel.
Sie bestannd aus dem Spritzenmeister und 16 Männern.
Im Einsatz wurden die 8 Männer an der Pumpe im regelmäßigen Abstand von wenigen Minuten abgelöst.

1932 wurde ein Automobillöschzug samt Motorspritze angeschafft. Finanziert wurde dies von der Landesbranddirektion,
dem Magistrat und der Feuerwehr selbst, die ihren Kassenbestand in Höhe von 2.000 RM restlos zur Verfügung stellte.
Die Segeberger Wehr stand damit an führender Stelle im Kreise. Es wurde ein gebrauchter Personenwagen gekauft und zu
einem Mannschaftswagen umgebaut. Alle Arbeiten wurden von örtlichen Handwerkern durchgeführt.
Bei Einsätzen bei mehr als 5 km ausserhalb des Stadtgebietes wurde der Einsatz kostenpflichtig.

1933 wurde noch das 60jährige Bestehen gefeiert, bevor Ende des Jahres die freiheitlichen und parlamentarischen
Gebräuche der Feuerwehr durch das von den Nationalsozialisten eingeführte Führerprinzip abgelöst wurde.
Führer wurden nicht mehr gewählt sondern eingesetzt. 1934 wird die Ausbildung zum Einheitsfeuerwehrmann eingeführt.
Erstmals finden 1935 auf Kreisebene Schulungen und Lehrgänge statt. 1936 siegte die Segeberger Wehr bei der
Leistungsbewertung und wurde beste städtische Wehr des Kreises. 1937 wurde die Wehr Klein Niendorf als 3. Löschzug
übernommen, da durch die Gebietsreform Klein Niendorf eingemeindet wurde. 1938 wurde die Freiwillige Feuerwehr, die
inzwischen in einen Verein umgewandelt werden musste, per Gesetz zur Hilfspolizeitruppe.
1939 bei Kriegsausbruch wurde die Wehr wieder durch Kirchenglocken und Nebelhörner alarmiert, da die Sirenen
der Alarmierung bei Fliegeralarm vorbehalten blieben. Im Januar 1940 wird die Kasse der Wehr eingezogen und an Stelle
der Übungen kommt der Wehrsport.
Am 05.11.1941 übernimmt die Wehr neues LF 15 als erstes Standartlöschfahrzeug.

 

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Fast die Hälfte der Wehr wird zum Wehrdienst einberufen und ältere Männer und Jugendliche werden zu Hilfsmannschaften
ausgebildet. Unser Kamerad Ernst Knees () war einer von diesen Jugendlichen.
Von 1942 bis zum Jahr 1946 fehlen jegliche Aufzeichnungen. Man geht davon aus, dass sie beim Eintreffen der britischen
Einheiten in einer Blitzaktion vernichtet worden sind.
Ältere Mitglieder berichteten jedoch von schweren Einsätzen bei den Bombardierungen in Hamburg, Neumünster und Kiel.
In Segeberg gab es lediglich Notabwürfe, ein abgeschossener Flieger stürzte in ein Wohnhaus in der Großen Seestrasse 3.
Ein neues Löschfahrzeug LF8/TS wurde 1943 übernommen.

Am 02.03.1946 wurde der Brandmeister Ferdinand Böttger von der britischen Besatzungstruppe zum neuen Wehrleiter berufen.
Eine normale Hauptversammlung, wie es früher bei der Freiwilligen Feuerwehr üblich war, wurde aber noch von den Briten
untersagt. Weiterhin kamen die ersten Gelder wieder in die Kasse, so dass 1700 RM Ende 1946 zur Verfügung standen.
Von den Behörden wurden 14 junge Männer zum Eintritt in die Wehr aufgerufen. Zur Belohnung wurde ein Faß gutes Bier geleert.
Einer von diesen Männern der ersten Stunde war Adolf-Wilhelm Göttsche () (Oberbrandmeister).

1947 wurde die Wehr meist auswärts eingesetzt.
1948 gab es 16 mal Alarm. Der Kassenbestand betrug 738,20 DM.
Am 01.09.1948 finden auf Anordnung der Briten die ersten freien Wahlen in der Feuerwehr statt.
Zum Wehrführer wird Ferdinand Böttger gewählt. Auch alle anderen Ämter werden wieder gewählt.
Der Vorstand ist wieder komplett frei bestimmt. 1949 wurde die Wehr fünf mal alarmiert.
Der Kassenbestand stieg auf 3.630,76 DM.

1950 ist die Wehr 60 Mann stark und wird bei 6 Großfeuern ausserhalb Bad Segebergs eingesetzt.
Diverse Kleinfeuer in Bad Segeberg werden im Keim erstickt.

1951 wird die neue Satzung, die f¨nfte seit der Gründung, angenommen.

1952 findet der Kreisfeuerwehrverbandstag in Bad Segeberg statt.
Die Wehr hat zu diser Zeit 53 Mitglieder und fährt in diesem Jahr fünf Einsätze.

1953 wird die Wehr 80 Jahre und feiert mit einem Konzert ihr Jubiläum.
Sie leistet bei sieben Einsätzen Hilfe und ist 53 Mann stark.



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1954 werden zum ersten Mal Nachwuchssorgen laut.
Die Wehr ist überaltert und Kamerad Böttger wird wieder zum Wehrführer gewählt.

1955 bezieht die Schlauchpflegerei ihr neues Gebäude in der Eutiner Strasse.
Es werden erste Gespräche über ein neues Feuerwehrhaus geführt.
Die Wehr hat 49 Mitglieder und fährt vier Einsätze. Die Kasse erhält 171,50 DM.

1956/57 wird das neue Gerätehaus errichtet, dass mit erheblicher Eigenleistung der Wehr gebaut wird.
Im November 1957 ist das moderne Haus fertig, mit vier Stellplätzen, einem Unterrichtsraum,
einer Waschgelegenheit und einer Gerätewartwohnung.

 

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1973 wurde das Haus nochmals um einen Stellplatz erweitert.
- Nach unterschiedlicher Nutzung wurde das Gebäude 2013 abgerissen.
1957 werden 10 Einsätze gefahren.

 

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1958 stand ganz im Zeichen des Landesfeuerwehrtages. Vom 16.05. bis zum 18.05.
fanden in Bad Segeberg an zahlreichen Orten Veranstaltungen statt.
Insbesondere das Konzert im Kalkbergstadion blieb vielen im Gedächtnis und man sprach
noch Jahre später von diesem Ereignis.

1959 werden 29 Einsätze mit über 90 Arbeitsstunden gefahren.
Bei einem gefährlichen Moorbrand bei Daldorf fiel das alte LF 15 aus.
Die Beschaffung eines neuen Großfahrzeuges war dringend geboten.
Da die Stadtväter aber gerade andere Sorgen hatten, war viel Überzeugungsarbeit notwendig,
bis das Fahrzeug dann blumengeschmückt in Bad Segeberg eintraf.
Die Entscheidung ein Tanklöschfahrzeug zu beschaffen, wird sich in den Folgejahre als richtig und zukunftweisend herausstellen.
Die Minimierung oder sogar Verhinderung von Schäden durch das schnelle Eingreifen machte sich bald bezahlt.
Die steigende Zahl von Fahrzeugbränden auf den Strassen in und um Bad Segeberg waren ohne ein TLF gar nicht zu bekämpfen.

1960 wird unser Wehrführer Ferdinand Böttger aus dem Dienst entlassen.
Mit vielen Ehrungen dankte man ihm nach dem Zusammenbruch der Wehr für seinen Einsatz, die Wehr neu zu formen,
auszubilden und auszurüsten und zu dem zu machen, was sie heute darstellt. Sein stets offenes Ohr,
sein ausgleichendes Wesen und sein energisches Eintreten für die Sache der Wehr hat ihm hohe Anerkennung eingebracht.

1961 zählt die Wehr 47 Aktive und 232 passive Mitglieder, es galt 29 mal zu zeigen, ob die Ausbildung gefruchtet hat.
Z.B. wurde der Brunnen der alten Siegesburg leergepumpt, damit Lampen in die Tiefen montiert werden konnten,
um es den Besuchern zu ermöglichen, hinab zu schauen.
Ein Funkgerät wurde beschafft und über die Polizeifeststation betrieben.
Am Bundesfeuerwehrtag in Bad Godesberg nahmen acht Kameraden teil.

Im Februar 1962 fegte ein Orkan über das Land und bescherte den Küstenländern die Flutkatastrophe.
Die Wehr wurde zum Faschinenschlagen in den verwüsteten Wäldern im Kreis eingesetzt.
Zwei Mann begeleiteten den Konvoi, der sich mit Faschinen, Nägeln, Werkzeug und Balken auf den Weg zum Elbestrand machte.
Die Geschichten, die nach der Rückkehr erzählt wurden, gaben Bericht darüber, was der "blanke Hans" dort angerichtet hatte.
Es wurden 26 Einsätze gefahren; die Zunahme der KFZ Brände machte Sorgen.
Vier Handfunksprechgeräte ergänzten die Ausrüstung.

1963 besteht die Wehr aus 52 Aktiven und 264 passiven Mitgliedern.
Bei 24 Einsätzen müssen die Männer im Blauen Rock ihr Können unter Beweis stellen.
Aus gesundheitlichen Gründen tritt Wehrführer Heinrich Bartels zurück und es wird Herbert Pagel neu in das Amt gewühlt.
Die Ausbildung und Übungen werden den neuen Anforderungen angepasst.
Die Gesangsgruppe, die sich seit Jahren mehr zufällig zusammensetzt, wird fest in die Ausbildung mit aufgenommen.
Unter Leitung von Werner Thieler gelang es, eine qualitativ hochwertige, durch viel Idealismus geprägte
Aufführung anlässlich des Feuerwehrballes zu gestalten.
Daher erfreut sich auch bis heute unser Feuerwehrball einer großen Beliebtheit innerhalb Segebergs.
Leider kann der Ball in diesem Jahr nicht gefeiert werden, da das Hotel Germania abgerissen wurde
und kein Saal in Bad Segeberg zur Verfügung stand.

1964 ist die Wehr 55 Mann stark und hat 281 passive Mitglieder.
27 Einsätze halten die Stadt und Wehr in Atem, aber die Schäden können klein gehalten werden.
Die Feuer haben aber gegen unser Tanklöschfahrzeug und den guten Ausbildungstand keine Chance.
Das LF 8 aus dem Kriege bringt keine Leistung mehr und auch die Tragkraftspritze ist materialmüde.

1965 ist ein Anstieg der passiven Mitglieder zu verzeichnen.
Eine neue Satzung wird beschlossen, die nun auch die Ehrenmitgliedschaft regelt.
Die Wehr hat 56 Aktive, 14 Ehrenmitglieder und 300 passive Mitglieder.
Das Durchschnittsalter wird mit 30,1 Jahren protokolliert.
Die vier Luftschutzsirenen werden zur Alarmierung mitbenutzt. Die Alte Sirene auf dem Amtsgericht wird aufgegeben.
Alle Sirenen werden von der Polizeistation in der Hamburger Str. ausgelöst.
Nach reiflicher Überlegeung beschließt der Vorstand die weitere zukunftsweisende Beschaffung anzustreben.
Es soll für das LF 8 ein TSF und ein Kommandowagen mit Atemschutzgeräten, einem 50 KG Pulverlöscher,
Bergungsgerät und 7 Sitzplätze angeschafft werden. Der Magistrat gibt grünes Licht.

1966 beginnt das Jahr mit einem großen Pumpeneinsatz in der Lübecker Innenstadt.
Nach schweren Regenfällen und Tauwetter war das Wasser der Wakenitz so angestiegen,
das weite Teile der Innenstadt überflutet oder bedroht waren.
Feuerwehrpumpen aus dem ganzen Land verhinderten die Katastrophe.
Die neue BMW Kraftspritze aus dem neuen TSF bekam ihre Bewährungsprobe.
In diesem Jahr wurde das Amt des Sicherheitsbeauftragten eingeführt.
Unser langjähriger Wehrführer Ferdinand Böttger stirbt. 55 Kameraden erledigten 21 Einsätze.

1967 beginnen sich die Schäden durch auslaufendes Öl zu häufen.
Es wird mit der Beschaffung von Bindemittel und provisorischem Gerät begonnen.
Die Fa. Kleinol (heute Fa. Kaufland) schenkt der Wehr eine fast nicht benutzte Tragkraftspritze mit VW Motor.
Die Wehr beteiligt sich an der Landesübung "Orkan67". 54 Mann beschäftigen 28 Einsätze.
11 Ehrenmitglieder und 312 Passive sind verzeichnet.

1968 wird die Übungsdienst von Samstag auf den Dienstag verlegt.
Der 14 tägige Rhythmus wird beibehalten. Daraufhin sollten sich mehr junge Männer zum Dienst gemeldet haben,
weil das Wochenende für die Familien sein sollte. Der Landrat weist der Segeberger Wehr das gesamte nördliche
und östliche Kreisgebiet für die Ölschadensbekämpfung zu. Die Beschaffung eines Rüstwagens ÖL ist richtungsweisend.
Die Bezuschussung des Kreises war entsprechend. 34 Einsätze wurden gefahren.

1968 und 1969 wurde die Wehr vom stellvertretenden Wehrführer Adolf Wilhelm Göttsche geführt,
da der Wehrführer erkrankt war. 1969 wird die Beteiligung an der Leistungsbewertung abgelehnt.
Grund ist der Anstieg der Einsätze auf 50. Die Wehr ist belastet genug. Der RW ÖL wird durch weiteres Gerät ergänzt.
Der Selbstschutz überstellt der Wehr einen Anhänger mit einem Notstromaggregat.
An den Magistrat wird der Antrag auf die Beschaffung einer Drehleiter gestellt.
Die Übergabe wird zum 100. jährigen Bestehen empfohlen.
Es gehören der Wehr 63 Aktive, 327 Passive und 10 Ehrenmitglieder an.
Wehrführer Pagel stellt zum Ende des Jahres sein Amt zur Verfügung.

1970 wühlen 55 Aktive Otto Thede zum neuen Wehrführer.
Die Wehr wird zu 54 Einsätzen gerufen. Durchschnittsalter beträgt 34 Jahre.
Erste Vorführungen von neuen Modellen der Drehleiter ergeben, dass das Feuerwehrhaus erweitert werden muss.
Entsprechende Gespräche werden mit der Stadtverwaltung und dem Magistrat aufgenommen.
Ein unbekannter Brandstifter legt in einer Nacht an fünf Stellen Feuer in der Stadt.
Sie konnten aber schnell gelöscht werden.

1971 gehören 58 Männer der Wehr aktiv an. 327 passive und 12 Ehrenmitglieder komplettieren die Feuerwehr.
53 Einsätze werden gefahren. Der unbekannte Brandstifter schlägt wieder zu und legt in einer Nacht an drei Stellen zeitgleich Feuer.
Wieder konnte grösserer Schaden verhindert werden. Die Heeresatmer wurden durch moderne Pressluftatmer ersetzt.
Nach Vorführungen von zwei Fabrikaten entscheidet sich die Wehr für einen Mercedes Benz mit einer Metz Leiter.
Die ersten Besprechungen zur 100 Jahr Feier finden statt. Der Erweiterungsbau nimmt Form an.
Die Fahrzeughalle wird 2,5 m vorgezogen, zwei Stellplätze werden tiefer gelegt und ein Stellplatz angebaut.

1972 in diesem Jahr wird die Wehr am häufigsten seit ihrer Gründung gerufen.
63 Einsätze müssen abgearbeitet werden. 364.000 DM Schaden konnte nicht verhindert werden.
Erhalten konnten aber Werte in Höhe von 3.637.000 DM. Der Auftrag für die neue Drehleiter wird erteilt.
Stolze 280.000 DM werden dafür bereitgestellt.

1973 die ersten Monate dreht sich alles um das Jubiläum.
Die FF Bad Segeberg hat im Jubiläumsjahr 62 Aktive, 330 passive und 11 Ehrenmitglieder.
Am Gründungstag unser Feuerwehr, dem 03. Februar, fand die Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes
in Bad Segeberg statt. Die Feierlichkeiten sind vom 15. Juni bis 17 Juni angesetzt.
Am 16. Juni wird in einem gro;ßen Festzelt auf dem Festplatz (heute steht dort das Parkhaus) das Jubiläum gefeiert.
Dieses Fest bleibt bei allen Beteiligten aus Nah und Fern sehr lange in der Erinnerung.

1974 verlief sehr ruhig, es gab "nur" 66 Einsätze.
Ein ungewöhnlicher Einsatz ist in den Protokollbüchern vermerkt.
Ein liebestoller Mann, beschwingt durch den Genuß von Alkohol, stürzte sich kopfüber in einen Schornstein,
um so in die Wohnung seiner Liebsten gelangen zu können.
Seine Hilferufe wurden gehört und unsere Wehr alarmiert. Wir befreiten den Mann aus seiner misslichen Lage.

Im Jahr 1975 wurden wir zu 54 Einsätzen gerufen.
Durch Feuer entstand Schaden in Höhe von 193.000 DM, die erhaltenen Werte schlugen jedoch mit 1,7 Mio.DM zu Buche.
Die Wehr beschloss den Beitrag der passiven Mitglieder um 3 DM auf 15 DM zu erhöhen.
Die Zahl war bereits auf 451 gestiegen. Neue Laufbaurichtlinien wurden eingeführt.
Nach einem schweren Verkehrsunfall, der die Grenzen unserer Ausrüstung aufzeigte, reagierte die Wehr und Verwaltung sofort.
Es wurde ein Rettungssatz mit Schere und Spreizer beschafft, den ersten Satz im Kreis.
Trotz der hohen Summe von 24.000 DM schrecken wir nicht von dieser zukunftsweisenden Ergänzung der Ausrüstung zurück.
Die Stadt schaffte auch noch Nässeschutzjacken an und bestellte ein Löschgruppenfahrzeug LF16 mit umfangreicher Ausstattung.

Auf der Jahreshauptversammlung 1976 wurden Wehrführer Otto Thede und Schriftwart Helmut Knies in ihren Ämtern bestätigt.
Letztmalig wurde unser traditionales Eisbeinessen am letzten Samstag im Januar im Lindenhof durchgeführt.
"Eisbeinmutti" Grünwald fühlte sich zu alt, dieses Fest weiterhin durchzuführen.
Am 14.04. wurde das im letzten Jahr bestellte Löschgruppenfahrzeug LF 16 übergeben.
Der FuKow wurde durch einen Transporter ersetzt und zu einem Bus mit Funkeinrichtung ausgebaut.
Die Wehr wurde zu 107 Einsätzen gerufen und die Rettungsschere wurde 11 mal eingesetzt.
In der Stadt ergab die Diskussion über das neue Feuerwehrhaus kein Ergebnis.
Die Wehr wünschte sich, den Neubau gegenüber des Kreishauses direkt an der B 206 zu errichten.
Durch den verkehrsgünstigen, neuen Standort ergeben sich entscheidende taktische Vorteile.

1977 hat die Wehr erstmalig in das Kurhotel zum Eisbeinessen geladen.
Das erste Eisbeinessen fand übrigens am 07.01.1928 in der Harmonie statt.
Rekordzahlen im Einsatzbereich: 113 mal wurden wir gerufen.
Nach 2 Jahren im Einsatzdienst hatte die Anschaffung der Rettungsschere auch die letzten Zweifeler überzeugt.
Innerhalb dieser Zeit wurden in unserem Bereich 49 Personen (neunundvierzig) aus lebensbedrohlichen Situationen befreit.
Alleine ein gerettetes Menschenleben hätte die Anschaffung schon gerechtfertigt.

1978 wurde der Vorstand um 2 Zugführer erweitert. Die Kameraden Knies und Tödt wurden mit dieser Aufgabe betraut.
Die Wehr erhielt 13 Funkalarmempfänger und einen Alarmgeber. Die stille Alarmierung erhielt Einzug.

Am 05. Mai 1979 wurde der Wehr ein LF 8 übergeben.
Es wurden weitere 10 Meldeempfänger beschafft, da sich diese Art der Alarmierung bewährt hatte.

Am 02.01.1980 wurde der Bau des neuen Feuerwehrhauses an der B 206 beschlossen und der Bauplan vorgelegt.
Die Kosten belaufen sich auf 3 Mio.DM.
Ein paar Tage später, am 05.01. wählte die Wehr Lutz Marxen zum neuen Wehrführer.
Als sein Stellvertreter wurde Kamerad Adolf-Wilhelm Göttsche gewählt.
Unter der Führung des neuen Wehrführers wurde die Feuerwehrdienstvorschrift 4 über das gesamte Jahr hin ausgebildet.
So wurde die Grundlage einer einheitlichen Ausbildung geschaffen.
Die Grundsteinlegung am 26.09. war der Höhepunkt des Jahres.
Prominente Gäste waren der Innenminister Dr. Uwe Barschel und der Bürgermeister Menke,
die sich immer mit Flei;ß und Durchsetzungskraft für unseren Neubau eingesetzt haben.

1981 nahm der Umzug in das neue Feuerwehrhaus einen zeitraubenden Platz ein.
Kurz vor den Übergabefeierlichkeiten wurden noch von der Stadt ein Vorausfahrzeug (Rettungsschere und Light Water Anlage)
sowie ein TLF 16 und ein Wasserwerfer übergeben. Am 21.07. wurde Richtfest gefeiert.
Noch vor der Einweihung am 23.11. fand die erste Vorstandssitzung im neuen Feuerwehrhaus statt.
Der 04.12.1981 war dann der große Moment gekommen.
Die Einweihung mit zahlreichen Ehrengästen und über 220 Teilnehmern war ein tolles Fest, was noch lange in der Erinnerung blieb.



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Der Wanderpokal "Marsch um den Segeberger See" geht 1982 endgültig in den Besitz der Wehr über,
nachdem sie den ersten Platz mehrmalig hintereinander erringen konnte.
Das neue Feuerwehrhaus entwickelte sich zu einem neuen Mittelpunkt.
Viele Besprechungen und Tagungen des Landesfeuerwehrverbandes, der Polizei und anderer Besucher fanden hier statt.

1983 war ein ganz besonderes Jahr.
Am 09.06. wurde unsere Jugendfeuerwehr gegründet.
Die Stadt schenkte der Wehr zum Start die komplette Einkleidung in Höhe von 22.000 DM.
Eine Grossübung bei der Fa. Möbel Kraft zusammen mit der Werkfeuerwehr und den umliegenden Wehren
stellte den Stand der guten Ausbildung und Zusammenarbeit fest.
72 Aktive, 10 Ehren- und 672 fördernde Mitglieder werden protokolliert.
Die Einsätze steigen auf 168, da der heisse Sommer zu vermehrten Flächenbränden führte.

 

Gründungsfeier der Jugendwehr am 09.06.1993

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Hintere Reihe von links nach rechts:
Norbert Wolf, Dietmar Alpen, Eike Karck, Tronje Behm, Stefan Ehlers, Wolfgang Schöning
Thomas Poeschko, Ingo Poggenklas, Dirk Grelck

1983

 

Vordere Reihe von links nach rechts:
Ingo Ebeling, Ekkehart Eiberger, Thorsten Lüthje, Stefan Dahmlos, Mario Neugebauer
Tobias Blunck, Thorsten Specht, Hauke Marxen, Michael Moebus, Hendrik Zloch, Mirco Keilflug

 

1984 wurde die Leistungsbewertung durchgeführt und brachte viele Sonderdienste mit sich.
Der Lohn war das Feuerwehrbeil in Bronze, was sich die Wehr mit viel Mühe, Flei;ß und hervorragender Leistung verdient hatte.
Kamerad Marxen wurde Beisitzer im Kreisfeuerwehrverband.

Am Tag der offenen Tür im Jahre 1985 wurde ein neues TSF übergeben.
Günter Bibo wurde zum neuen stell. Wehrführer gewählt und trat die Nachfolge von Adof Wilhelm Göttsche an,
der dieses Amt 25 Jahre pflichtbewusst und mit seiner bei den Kameraden beliebten Art ausfüllte.

Zu 128 Einsätzen wurden wir im Jahre 1986 alarmiert. Mit der Rettungsschere konnten wir 13 Personen befreien.
Lutz Marxen wurde in seinem Amt als Wehrführer bestätigt.

Alarmiert wurde wir im Jahr 1987 zu 101 Einsätzen. Mit 50% techn. Hilfeleistungen setzt sich ein Trend der letzten Jahre fort.
Mit 69 aktiven Mitgliedern hält die Wehr eine konstante Personalstärke.

Im Jahr 1988 wurden 95 Einsätze gefahren. Die neue Mustersatzung wurde beschlossen. Auch an Großübungen auf Kreisebene
nahmen Kameraden teil.Auch die Interschutz, die Feuerwehrfachmesse, wurde von Kameraden in Hannover besucht.
Lutz Marxen wird zum stellvertretenden Kreiswehrführer gewählt.

120 mal Alarm wurde im Jahr 1989 gegeben, jedoch war nur 103 mal unsere Hilfe wirklich nötig.
Die fördernden Mitglieder stiegen auf einen neuen Höchststand: 772 Freunde und Förderer der Wehr.
Der neue Rüstwagen 2 forderte eine gründliche Ausbildung.

72 Aktive fuhren 133 Einsätze im Jahr 1990. Eine Abordnung der Wehr nahm am Deutschen Feuerwehrtag in Friedrichshafen teil.
Das Feuerwehrgrosskonzert im Kalkbergstadion wurde wieder durch unsere Wehr ausgerichtet.

Ausbildung wurde 1991 großgeschrieben. 33 Kameraden bildeten sich auf Kreisebene weiter. 104 Einsätze beschäftigten die Wehr.

1992 wurde unsere eigene, nach unseren Vorstellungen gefertigte Fahne beschafft und beim Kreisverbandstag geweiht.
106 Einsätze zeigen ein stabiles Niveau. Alleine 13 schwere Verkehrsunfälle beschäftigen uns.

Unsere Wehr unterstützte im Jahr 1993 den Kreisverband beim ersten Spatenstich für die neue Kreisfeuerwehrzentrale an der
Hamburger Strasse. Beim Stadtfest beteiligte sich die Wehr mit einem Kaffeegarten. 146 Einsätze forderten die Wehr.

Ein schweres Unwetter im August 1994 brachte viel Arbeit. 111 Einsätze wurden in diesem Jahr gefahren.
Die Mitgliederzahl sinkt auf 64 Kameraden. Eine Person musste bei der Polizei von Handschellen befreit werden.
Bei einer Rangelei brach der Schlüssel ab. Wiedergewählt wurde Lutz Marxen zum stellvertretenden Kreiswehrführer.
Festlich gekleidet für die Silvesterfeiern eilten die Männer der Wehr zum Großfeuer der Lohmühle.
Erst gegen 23 Uhr konnte Feuer aus gemeldet werden.

Mit 150 Einsätzen war das Jahr 1995 wieder arbeitsreich. Die Anzahl der Förderer stieg auf 799.
Der Sommerausflug führte die Wehr zum Hof des Kreiswehrführers Burmeister nach Wakendorf, wo wir mit einer köstlichen
Kuchentafel versorgt wurden.

Viele Übungen im Gewerbegebiet machten die 22 Dienstabende spannend. 1996 wurden wir 105 mal alarmiert.
Bei der Post hatte sich ein junges Mädchen ihren Arm im Briefkastenschlitz eingeklemmt, die von uns dann befreit werden musste.

Zwei Großfeuer sorgten im Jahr 1997 für Aufregung.
Ein Reetdachhaus am Ihlsee und die Tischlerei Beuck in der Marienstrasse wurden Raub der Flammen.
151 Einsätze wurden insgesamt gefahren.

Zu 109 Einsätzen wurden wir 1998 alarmiert. Ausbildungsdienst wurde 22 mal durchgeführt und ein Messpraktikum bei der
Gefahrgutausbildung eingeführt.Die Wehr feiert drei Tage ihr 125 jähriges Bestehen, bei dem der Präsident der Deutschen
Feuerwehrverbandes Hinrich Struve eine eindrucksvolle Rede hielt.

Der spektakulärste Einsatz, der 141, im Jahr 1999 war der Kulissenbrand im Kalkbergstadion.
Der Jahrtausendwechsel, bei dem ein weltweites Computerchaos befürchtet wurde, forderte eine Bereitschaft von
25 Mann im Feuerwehrhaus. 72 Aktive werden von 866 Fördernden, passiven Mitgliedern unterstützt.

 

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